Am
Montag fuhr Markus überpünktlich in den Betrieb. Er
saß an seinem
Schreibtisch als Robert, der nur auf sein Eintreffen gewartet hatte,
ihn über das Telefon zu sich rief. Seine Stimme klang anders
als sonst,
unpersönlich, kalt. Markus beeilte sich, öffnete die
Tür des Büros,
Robert kam auf ihn zu. Seine Augen waren stark gerötet,
drohten vor Wut
jeden Moment zu platzen.
"Du Volltrottel", schrie er
ihn an und
im gleichen Moment spürte er Roberts Rechte im linken
Oberbauch. Er
sackte in sich zusammen. Robert packte ihn mit beiden Händen
und
schüttelte ihn durch. "Verdammt noch mal, warum hast du das
getan? Du
bist ein Idiot, wolltest mich umbringen, ja?" Eine weitere Rechte traf
seine Milz. "Katharina kam Samstag noch zur Hütte rauf ... ich
hatte ihr
erzählt, dass wir Pilze gesammelt hatten."
Die linke
Faust
sauste in seinen rechten Rippenbogen. Markus torkelte. Robert griff
nach Markus Hemd und hielt es fest. Wirre Satzbruchstücke
drangen an
das Trommelfell von Markus und Speichel benetzte das Gesicht. Robert
war immer noch außer sich. "Es war spät, ich hatte
ja schon mit dir
gegessen ... verdammt, sie wollte zu dir zurück, Markus! Hab'
ihr
gesagt, sie könne sich bedienen - es war noch so viel anderes
im
Kühlschrank - sie hat sich ein Champignon-Omelett gebacken.
Verdammt,
Markus! Katharina liegt im Krankenhaus!"
Es schien sich alles
um Markus herum zu drehen.
"Katharina!", schrie Markus. "Nein,
das darf nicht sein."
Das
Telefon klingelte, Robert rannte zum Schreibtisch. Markus versuchte
aufzustehen ... er hörte noch wie Robert ihm das "Verdammt! -
Sie ist
tot!" entgegenschleuderte, und dass Robert anfing zu lachen, er kiekste
erst ein paar mal, prustete los, lachte ein Lachen, das sich
überschlug, das ihm die Luft nahm, das weh tat, das nie mehr
aufhören
wollte.
ENDE