... der Beweis, dass ich
eine denkende Blondine bin!
Vor ein paar Tagen schaute ich von meinem Balkon aus in den
Sternenhimmel. Links unter der Sichel des Mondes am
südöstlichen Himmel fiel mir ein Stern auf, der
ungewöhnlich groß strahlte. Natürlich war
mir gleich
klar, dass das kein Stern sein konnte, aber vorsichtshalber
recherchierte ich im Internet. Gab bei Google "Sternenhimmel" ein und
landete auf einer Website, in der ich lesen konnte, dass Mitte August
der Planet Jupiter zu sehen sei. Bingo! Das konnte nach der
Beschreibung nur Jupiter sein.

Mond-Untergang
Der Jupiter ist links oben im Bild zu sehen
Also lehnte ich mich anschließend an die Brüstung
meines
Balkons, zündete mir eine Filter-Zigarillo an und tauchte in
die
Athmosphäre des Nacht-Himmels ein. Jetzt, wo ich wusste, dass
das
Jupiter ist, gefiel es mir noch besser, ihn anzusehen und meinen
Gedanken freien Lauf zu lassen. Wenig später verschwand der
Mond
hinter dem Horizont und mir wurde klar, dass sich die Erde ganz
schön schnell dreht und zwar in Richtung Osten. Deshalb sagen
wir
ja auch, dass die Sonne im Westen untergeht. Doch sie geht ja gar nicht
unter. Wir, das heißt die Erde, dreht sich doch nach Osten
und so
drehen wir uns von der Sonne weg.
Ich glaube, wenn ich im Mittelalter geboren wäre,
wäre mir
das sicherlich auch aufgefallen und vielleicht hätte ich diese
Erkenntnis anstelle von diesem Galileo Galilei früher
verbreitet,
dann hätte der arme Mann nicht seine Seele der Kirche
verkaufen
müssen und wäre auch nicht im Kerker gelandet.
Schließlich wurde Galileo am 15. Februar geboren und ich am
16.
Februar, allerdings etliche Jahre später. Doch als Wassermann
ist
man ja sehr hilfsbereit und sicherlich hätte ich das harte Los
des
Galileo gern auf mich genommen. Ich hätte auch als Frau
bestimmt
mehr Ideen entwickelt, wie ich aus so einer scheußlichen
Zwickmühle zwischen Kirche und wissenschaftlichen Beweisen
ungeschoren davon kommen könnte.
Na, gut, vielleicht hätten sie meine Haare abgeschoren und
mich
als Hexe verdammt. Schließlich war ich auch noch blond und
hatte
grüne Augen und die Männer behaupteten sowieso immer,
dass
ich sie verhexen würde. Die Haare, o.k., die würden
wieder
wachsen. Aber bevor ich auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre,
wäre mir sicher etwas eingefallen, wie ich mich da
hinauswinden
könnte. Wozu gab es Belladonna, die Blätter zu feinem
Pulver
zerrieben und eine Prise davon ...
ENDE